Waiblingen,
den 25. Februar 1998 --- Das 1930 gegründete Forschungsinstitut für
Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren Stuttgart (FKFS) hat als Stiftung des
bürgerlichen Rechtes satzungsgemäß die Aufgabe, mit hochqualifiziertem
Personal und High-Tech-Einrichtungen dem technischen Fortschritt als
Partner der Fahrzeug- und Automobilzuliefererindustrie zu dienen. Die im
FKFS gewonnenen Forschungsergebnisse haben in den letzten Jahrzehnten
wesentlich dazu beigetragen, daß die deutsche Kraftfahrzeug-Aerodynamik in
der zweiten Hälte dieses Jahrhunderts eine weltweite Spitzenstellung
einnehmen konnte.
Die
Kraftfahrzeugs-Aerodynamik erforscht die vielschichtigen Wechselwirkungen
zwischen der Fahrzeugform und der Anströmung des Fahrzeugs, welche die
verschiedensten Eigenschaften des Fahrzeugs nachhaltig beeinflussen, und
versucht diese theoretisch und experimentell zu ermitteln. Die wichtigsten
Zielsetzungen sind hierbei die Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs, die
Verringerung von Schadstoff- und Lärmemissionen sowie die Erhöhung von
Fahrsicherheit und -komfort.
Seit
September 1988 betreibt das FKFS im Auftrag der Universität Stuttgart zwei
der modernsten KFZ-Windkanäle für industrielle Entwicklungsarbeiten sowie
für die universitäre Grundlagenforschung: einen Fahrzeugwindkanal mit
einer Düsenöffnung von 22,45 qm für PKWs und Vans in Orignalgröße sowie
einen Modellwindkanal mit einer Fläche von 1,65 qm für PKW-Modelle im
Maßstab 1:4 bis 1:5. Der Fahrzeugwindkanal wurde 1993 durch den Einbau von
faserfreien Strömungsschalldämpfern zwischen Gebläse und Meßstrecke sowie
durch Auskleiden der Meßhalle mit absorbierendem Material zu einem der
modernsten Aeroakustik-Fahrzeugkanäle Europas. Die hochentwickelte
Traversier-technik für Sonden aller Art ermöglicht in beiden Windkanälen
eine zügige und vollständige Untersuchung der Um- und Durchströmung von
Fahrzeugen im Nah- und Fernfeld.
Zur
Ermittlung und Optimierung der Leistungsdaten des Motorkühlers im PKW muß
die Durchströmung des Kühlers gemessen werden. Zu diesem Zweck werden vom
FKFS acht Flügelrad-Strömungssensoren vom Typ TSR 26/16 GE 40 m/s/125 °C
der Firma Höntzsch eingesetzt. Diese werden nebeneinander auf einer
Traverse montiert, die zweiachsig parallel zur Kühleroberfläche direkt vor
oder hinter dem Kühler verfahren werden kann. Aufgrund der beengten
Verhältnisse im Motorraum ist hierbei von Vorteil, daß die
Meßwertaufnehmer in Strömungsrichtung eine Breite von nur 16 mm
aufweisen.
Der
Volumenstrom der vor und hinter dem Kühler anliegt wird dadurch ermittelt,
daß jeder Sensorposition eine Fläche mit angenommener konstanter
Stršmungsgeschwindigkeit zugeordnet wird. Da der Sensorschutzring einen
Außendurchmesser von nur 26 mm besitzt, kann der Verfahrweg zwischen den
einzelnen Messungen so klein gewählt werden, daß eine hohe Meßauflösung
erzielt wird.
Da es am
Kühler auch zu Rückströmungseffekten kommen kann, ist eine zusätzliche
Information über die +/- Strömungsrichtung notwendig, die durch die
Abtastung der Flügelraddrehrichtung im TSR-Meßkopf gewonnen wird. Die
spezifizierte Me§genauigkeit kann hierbei mit 0,15 m/s für
Geschwindigkeiten kleiner als 10m/s und mit 1,5% vom Me§wert für
Geschwindigkeiten größer als 10 m/s angegeben werden.
Durch die
Dauertemperaturbeständigkeit der TSR-Sensoren von +125 °C ist
es möglich, Untersuchungen auch während des Fahrbetriebs
durchzuführen.
Die
Frequenzsignale der Strömungssensoren werden einer achtkanaligen
Auswerteeinheit vom Typ µP-ASD-R zugeführt und in Spannungssignale
umgesetzt. Ein zusätzlicher V24/RS232-Ausgang ermöglicht die Verbindung zu
einem PC, auf dem die Daten sekundenschnell digital und graphisch
dargestellt werden.
Mittels der
beschriebenen Meßgerätekonfiguration ist es dem FKFS möglich, mit geringem
Meßzeitaufwand präzise Aussagen über die komplexe Durchströmung von
Motorkühlern und anderen KFZ-Komponenten zu machen. |