Selbstverständlicher
Bestandteil moderner Abfallwirtschaftskonzepte ist die getrennte Erfassung
und Verwertung von Biomüll. Hierbei bietet sich neben der Kompostierung
gerade für nasse und an Strukturmaterial arme Abfälle die anaerobe
Vergärung an.
Das
Unternehmen MAT Müll- und Abfalltechnik/Stuttgart bietet in Lizenz ein
Verwertungsverfahren an, bei dem sauberes, heizwertreiches Biogas gewonnen
werden kann. In der nach diesem Verfahren arbeitenden
Biomüllvergärungsanlage des Landkreises München wird die
Gasmengenerfassung durch Vortex-Meßwertaufnehmer VA der Firma
Höntzsch/Waiblingen realisiert.
Der
Abfallbehandlungsprozeß ist in fünf Stufen gegliedert. Zunächst wird der
angelieferte Bioabfall in einer Schneckenmühle schonend zerkleinert und
durch einen Magnetscheider von Eisenmetallen befreit.
Danach schließt
sich eine nasse Aufbereitung an. Durch Zugabe von Wasser erfolgt eine
Zerfaserung der organischen Bestandteile in einen speziellen
Müllauflösebehälter. Störstoffe wie Kunststoff, Textilien, Holz, Glas und
mineralische Anteile werden von der Organikfraktion getrennt und entfernt.
Eine
zusätzliche manuelle Fremdstoffentfernung ist nicht erforderlich.
So entsteht eine Müllsuspension mit hohen Bestandteilen an gelösten
organischen Stoffen.
In der
Hygienisierung wird die Suspension mehr als eine Stunde mit einer
Temperatur von +70° C thermisch behandelt. Hierdurch werden
Mikroorganismen, Unkrautsamen und Wurmeier abgetötet. In das
System
integrierte Wärmetauscher ermöglichen ein Maximum an
Wärmerückgewinnung.
In der sich
anschließenden Hydrolyse werden die organischen Feststoffe in mehreren
Abbauschritten zu methanisierbaren Verbindungen wie Essigsäure abgebaut.
Durch die kontinuierlich betriebene Fest-Flüssig-Trennstufe gelangen die
Abbauprodukte in den Methanreaktor. Anfallende Feststoffe gelangen erneut
in den Hydrolysereaktor und werden dort weiterbehandelt. In einer
Zentrifuge erfolgt die Entwässerung der nicht abbaubaren Feststoffe, die
dann einer Kompostierung als Nachbehandlung zugeführt werden.
Die gelösten
organischen Verbindungen werden in einem Festbettmethanreaktor anaerob
durch Bakterien weiter abgebaut. Bei diesem Prozeß entsteht Biogas mit
einer Methankonzentration von 60 - 65%. Es wird ein Abbaugrad von 60 - 70%
erreicht. Dies entspricht einer Gasausbeute von ca. 120Nm³ pro Tonne
Biomüll. Überschüssiges Wasser wird in einer Abwasseraufbereitung
mechanisch-biologisch so nachbehandelt, daß eine Einleitung in kommunale
Kläranlagen erfolgen kann.
Das im
Methanreaktor gewonnene Gas wird einem Blockheizkraftwerk zur
Energieerzeugung (Strom/Wärme) und der Heizzentrale für die Erwärmung des
Prozeßwassers zugeführt. Für den energieautarken Betrieb werden ca. 25%
der erzeugten Energie verwendet. Der Rest steht zur weiteren Nutzung zur
Verfügung.
Für die
Messung der Gasvolumenströme muß eine robuste, zuverlässige und genaue
Meßmethode zum Einsatz kommen, da zum einen ein kontinuierlicher Betrieb
sichergestellt werden muß und zum anderen die produzierten Mengen
vertraglich fixiert sind.
Je ein
Höntzsch-Vortex-Meßwertsensor in Ex-Ausführung befindet sich in den
Zuleitungen des Blockheizkraftwerks, der Heizzentrale und der Gasfackel.
Die Vortex-Meßwertsensoren ermöglichen die Messung in feuchten Gasen,
wobei die Strömungsgeschwindigkeit selbst bei einer nicht konstanten
Mischgaszusammensetzung richtig erfaßt wird.
Das
Meßprinzip basiert darauf, daß im Vortex-Sensorkopf an einem
Wirbelablöseelement - z.B. einem Dreikantsteg - eine Karmansche
Wirbelstraße ausgebildet wird.
Die Wirbel
modulieren ein stromab hinter dem Steg befindliches Ultraschallfeld,
welches von einem Piezoschwinger erzeugt wird. Das modulierte
Ultraschallsignal wird von einer weiteren als Mikrofon wirkenden
Piezokeramik aufgenommen. Da in einem großen Geschwindigkeitsbereich
zwischen Wirbelablösefrequenz und Strömungsgeschwindigkeit ein konstantes
Verhältnis besteht, kann vom Frequenzsignal auf die
Strömungsgeschwindigkeit geschlossen werden.
Der große
Vorteil der Ultraschallabtastung der Wirbelstraße gegenüber anderen
Abtastverfahren, die beispielsweise die Kraftwirkung auf den Störkörper
messen, ist, daß sehr kleine Strömungsgeschwindigkeiten schon ab 0,5 m/s
erfaßt werden können!
Da der
Meßwertsensor für die beschriebene Anwendung eigensicher ausgeführt sein
muß, wird durch einen Ex-Umformer LDX das zur Strömungsgeschwindigkeit
proportionale Frequenzsignal in ein davon galvanisch entkoppeltes Signal
umgesetzt. Dieses Signal wird dann in einem Umformer U2a in ein
strömungsproportionales Analogsignal transformiert, welches als Meßgröße
für die Anlagensteuerung und -überwachung zur Verfügung steht. |