Es
ist eben nicht "nur Luft", die da verbraucht wird: Druckluft benötigt bei
ihrer Herstellung eine nicht unerhebliche Menge an Energie! Die Forderung
nach einer Druckluftverbrauchserfassung, Kostenzuordnung und
Kostenoptimierung wird daher immer wichtiger.
In modernen,
nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten gesteuerten Druckluftnetzen ist es
ein normaler Vorgang, daß sich die Richtung der strömenden Druckluft
ändert. Letzteres ist gleichbedeutend mit einer Änderung der Kostenströme.
Sollen die Kosten des Druckluftverbrauchs für die Herstellung bestimmter
Produkte nicht nur durch geschätzte Verteilerschlüssel zugeordnet werden,
sondern eine Messung die Grundlage der Kostenverteilung bilden, so ist das
nur durch die Installation entsprechender Meßeinrichtungen möglich.
Strömungsrichtung und Verbrauchsmenge müssen erfaßt und die Druckluftmenge
sowohl in Plus- wie in Minusrichtung registriert werden.
Bei Mercedes
Benz, Werk Untertürkheim, werden Flügelrad-Strömungssensoren FA der Firma
Höntzsch/Waiblingen zur internen Verrechnung der Druckluft eingesetzt.
Das
Meßprinzip von Flügelradmeßwertaufnehmern nutzt die Tatsache, daß ein
Flügelrad eine Drehzahl proportional zur Strömungsgeschwindigkeit der
Druckluft annimmt. Ein induktiver Näherungsschalter, dessen
Oszillatorspule ein elektrischen Feld erzeugt, erfaßt die
Flügelraddrehzahl. Beim Eintauchen einer Flügelradspitze in dieses
elektrische Feld wird ein Schwingkreis bedämpft und daraus ein Impuls
erzeugt. Die so entstehenden elektrischen Impulse werden der jeweiligen
Auswerteeinheit zugeführt, wo sie beispielsweise in eine zur
Impulsfrequenz streng proportionalen, linearen Geschwindigkeitsanzeige
umgewandelt werden. Weitere Vorteile sind zum einen, daß Verschmutzungen
ohne Einfluß auf die Impulserkennung sind, zum anderen, das geringe
Gewicht des Flügelrades, das dadurch seine Drehzahl im
Millisekundenbereich an auftretende Geschwindigkeitsänderungen anpassen
kann.
Der Einbau
eines weiteren induktiven Näherungsschalters erlaubt die Erfassung des
Flügelraddrehsinns und damit die Erkennung der
Plus-/Minusströmungsrichtung.
Die
Leichtmetallgießerei von Mercedes Benz/Untertürkheim wird über zwei
Hauptleitungen mit Druckluft aus dem Netz versorgt. Zusätzlich ist im
Gebäude ein Kompressor mit einem Normvolumenstrom von ca. 6000 m3/h
installiert. Je nach Betriebsweise des Kompressors und des
Druckluftsbedarfs der Leichtmetallgießerei wird Druckluft aus dem Netz
entnommen oder in das Netz abgegeben. In den zwei Hauptleitungen sind
Höntzsch Flügelrad-Strömungssensoren der Typen ZSR 25/30 installiert.
Auswerteeinheiten mit Druck- und Temperaturkompensation sorgen dafür, daß
das Meßergebnis immer direkt richtig als Norm-Volumenstrom oder Norm-Menge
dargestellt wird. Die eingesetzten Höntzsch Flügelradmeßwertaufnehmer FA
haben einen Meßbereich von +/- 0,4 ... +/- 20 m/s. Die Auswerteeinheit
VTP-FAR verfügt über Eingänge für Temperatur, Absolutdruck und die
Strömungssensoren sowie über Anzeigeeinheiten für die Druckluftmengen in
Plus- bzw. Minusrichtung sowie für Normvolumenstrom, Temperatur, Druck und
Geschwindigkeit. Abhängig von der Strömungsrichtung wird die
Druckluftmenge auf dem "Pluszählwerk" bzw. dem "Negativzählwerk" in Nm3
registriert. Die Bilanz der fünf Zählwerke erlaubt die genaue Ermittlung
des Druckluftverbauchs der Leichtmetallgießerei von Mercedes
Benz/Untertürkheim. |