Druckluft als
Energieträger ist aus der heutigen industriellen Fertigung nicht mehr
wegzudenken. Aufgrund ihrer hohen Herstellunsgkosten ist es wichtig, sie
effektiv einzusetzen. Denn Druckluftwerkzeuge und andere Verbraucher
funktionieren nur dann optimal, wenn sie gemäß den Vorgaben hinsichtlich
Durchfluss und Luftdruck betrieben werden. Das ist aber nur dann möglich,
wenn Kenntnis über Luftdurchfluss- und druck an allen relevanten Stellen
im Leitungsnetz besteht.
Eine
alleinige Messung dieser beiden Größen an der Kompressorstation ist
insbesondere bei größeren Leitungsnetzen nicht aussagefähig genug. Dies
liegt u.a. daran, dass zwischen Drucklufterzeuger und –verbraucher
Leckageverluste entstehen, die in die Kostenüberlegungen mit einzubeziehen
sind. Viel Energie und Werkzeugleistung wird auch an Anschlussstellen
jeglicher Art vergeudet, da diese einen sehr hohen Druckabfall zur Folge
haben. wenn nicht bei der Planung oder Nachrüstung auf glatte Durchgänge
geachtet wird. Eine weitere Ursache der Luftverschwendung sind die
Leckverluste. So entweicht zum Beispiel aus einem Loch mit fünf
Millimetern Durchmesser pro Jahr eine Druckluftmenge im Herstellungswert
von ca. 20.000 Mark! Selbst bei gut gewarteten Druckluftnetzen muss von
einem 10-prozentigen Luftverlust ausgegangen werden.
Für die
Druckluftverbrauchs-Mengenmessung in größeren Netzen spricht
darüberhinaus, dass der Umgang mit Energie um so bewusster erfolgt, je
genauer die Verbrauchskosten den einzelnen Betriebseinheiten zugeordnet
werden können.
Im Rahmen der
Energiemanagement-Überlegungen zur Erfassung von Kostenströmen und der
Aufstellung eines Druckluftbedarfsprofils, hat sich ein großer
Automobilhersteller in Süddeutschland entschlossen, für die
Druckluftverbrauchs-Mengenmessung bei der Einspeisung in die einzelnen
Werkhallen thermische Strömungssensoren der Höntzsch GmbH / Waiblingen
einzusetzen.
Interessanterweise ist
für die Ermittlung des Luftmassenstroms keine zusätzliche Druckmessung
mehr erforderlich. Ein weiterer großer Vorteil ist, dass auf bewegliche
Sensorteile verzichtet wurde und so ein hohes Maß an Robustheit gegeben
ist. Somit hält das Sensorsystem die Betriebs- und Wartungsintervalle
niedrig, optimiert zudem auch die Systemzuverlässigkeit und gewährleistet
einen kontinuierlichen, problemlosen Betrieb.
Für die
Ausrüstung der Messstellen kamen für den Einbau in Rohrleitungen mit Di
100 mm und Di 150 mm Eintauchsensoren TA zum Einsatz, die mittels
Sondenführungsteilen an den Rohrleitungen befestigt wurden. Für die
Messung in der Druckluftleitung Di 50 mm wurden Sensoren TA-Di 50 in
Zwischenflanschbauweise installiert.
Die
Verarbeitung der Sensorsignale erfolgt durch mikroprozessorgesteuerte
Auswerteeinheiten, die ausgangsseitig strömungsproportionale Stromsignale
liefern. Diese und zusätzliche Mengenzählimpulse wurden auf die zentrale
Leitwarte aufgeschaltet, in der zwei Rechnereinheiten redundant alle
Prozessparameter steuern. Durch die bessere Beurteilung der zeitlichen und
räumlichen Verteilung des Druckluftbedarfs bzw. -verlusts wird sich die
Investition für die Drucklufmengenmessung innerhalb kurzer Zeit
amortisieren. |