Bei der
Herstellung von pharmazeutischen Wirkstoffen ist eine hohe Produktqualität
unabdingbar! Deshalb müssen die eingesetzten Verffahren und Anlagen
höchsten Standards genügen.
Die Firma
Glatt GmbH Process Technology produziert am Standort Binzen bei Lörrach
Produktionsanlagen nach dem Wirbelschichtverfahren, mit denen - neben
anderen Anwendungen - der Aufbau von Tablettengrundstoffen möglich
ist.
Bei diesem
Verfahren werden Stärkepartikel in einen Reaktionsbehälter eingebracht,
die von unten mit einem Luftstrom beaufschlagt werden, wodurch es zu einer
Verwirbelung der Teilchen kommt. In den Reaktionsraum wird dann eine genau
dosierte, wirkstoffhaltige Lösungsmittelmenge eingesprüht und es kommt so
innerhalb einer Zeitspanne von einer halben bis zu drei Stunden zu einer
Anlagerung der Wirkstoffe auf der Trägersubstanz. Ist eine kugelförmige,
verdichtete Produktform gewünscht, so kann der Boden des Reaktionsgefäßes
als Drehteller aus- geführt werden, auf dem sich das Granulat während des
Aufbauprozesses rund schleift.
Aufgrund der
immer restriktiveren Umweltschutzbestimmungen ist eine
Lösungsmittelemission nicht mehr zulässig, weshalb diese Stoffe
zurückgewonnen werden müssen. Dies kann durch Absorption, Adsorption sowie
durch thermische oder katalytische Verbrennung erreicht werden.
Staubemissionen lassen sich durch Abluftfiltersysteme
unterbinden.
Während des
Produktionsvorgangs kann es zu statischen Aufladungsvorgängen kommen.
Deshalb ist - insbesondere bei der Verwendung von brennbaren
Lösungsmitteln - ein Explosionsschutz erforderlich. Dieser kann u. a.
durch eine 2-bar-druckstoßfeste Ausführung sowie durch eine
Sofortabschottung des Reaktionsbehälters erreicht werden.
Um eine kurze
Prozeßdauer zu ermöglichen, wurde das Vakuum-Wirbelschicht-Verfahren
entwickelt: Durch niedrigen Druck im Reaktionsgefäß senkt sich die
Verdampfungstemperatur des Lösungsmittels ab, so daß sich auch
wärmeempfindliche Produkte unabhängig von den atmosphärischen Einflüssen
verarbeiten lassen. Ein aufwendiges Inertisierungs-System mit
Sauerstoffüberwachung für den Ex-Schutz ist in diesem Fall nicht
erforderlich.
Nur bei
genauer Einhaltung aller verfahrenstechnischer Parameter ist
sichergestellt, daß sich ein homogener Aufbau der Substanzen einstellt.
Ein wesentlicher Faktor ist hierbei die Größe und Konstanz des Luftstroms.
Bei zu niedrigen Strömungsgeschwindigkeiten kann keine optimale
Verwirbelung stattfinden, eine zu große Luftzirkulation hingegen führt zum
Zerplatzen des Granulats, wenn es auf die Behältwandungen
auftrifft.
Zur
Volumenstromerfassung der Zuluft des Reaktionsgefäßes werden
Flügelradmeßwertaufnehmer vom Typ FA der Firma Höntzsch/Waiblingen in
verschiedenen Ausführungen eingesetzt.
Das
Meßprinzip beruht auf der Tatsache, daß ein Flügelrad eine Drehzahl
proportional zur anliegenden Strömungsgeschwindigkeit annimmt. Ein
induktiver Näherungsschalter, dessen Oszillatorspule ein elektrisches Feld
erzeugt, erfaßt die Flügelraddrehzahl. Beim Eintauchen einer Flügelspitze
in dieses elektrische Feld wird ein Schwingkreis bedämpft und daraus ein
Impuls erzeugt. Diese so entstandenen elektrischen Impulse werden der
jeweiligen Auswerteeinheit zugeführt, wo sie beispielsweise in eine zur
Impulsfrequenz streng proportionalen, linearen Geschwindigkeitsanzeige
umgewandelt werden. Die robuste Ausführung des Aufnehmers garantiert eine
hohe Standzeit, und diese ist Voraussetzung für einen reibungsfreien
Produktionsablauf.
Die
Flügelradmeßwertaufnehmer FA sind ab Nennweite 10 aufwärts einsetzbar und
können in gasförmigen Medien den Meßbereich zwischen 0,2 und 120 m/s
abdecken. Als Werkstoffe stehen z. B. Aluminium, Edelstahl und Titan zur
Auswahl. Die Temperaturbeständigkeit umfaßt - je nach Ausführung - den
Bereich zwischen minus 40°C bis plus 500°C. Auch ein Einsatz in Ex-Zone 1
ist möglich. |