Waiblingen,
den 16. Dezember 1997 – Bei der Zementherstellung müssen aus ökonomischen
und ökologischen Gründen die Prozeßparameter ständig überwacht und exakt
aufeinander abgestimmt werden.
Die E.
Schwenk KG produziert am Standort Allmendingen eine große Anzahl an
Zementsorten von höchster Qualität. Dies wurde zuletzt durch den hohen
Grad der Technisierung und Automatisierung erreicht. So wird die
Brennerzuluftmenge, welche einen entscheidenden Einfluß auf die
Eigenschaften des Endpunkts hat, automatische geregelt. Für die Messung
der Zuluftvolumenströme werden hierzu Vortex-Strömungssensoren VA der
Firma HÖNTZSCH eingesetzt.
Der
Zementherstellungsprozeß beginnt mit dem Abbau von Kalkstein und Mergel im
nahegelegenen Steinbruch. Das Gestein wird mit Schaufelladen und
Schwerlastfahrzeugen zu den Brechanlagen befördert, wo es bis auf
Faustgröße zerkleinert wird.
Anschließend
werden die Grundsubstanz Kalkstein, Mergel, Sand und Eisenoxid
rechnergesteuert den Mahltrocknungsanlagen zugeführt. Das Materialgemisch
wird gemahlen und gleichzeitig durch Nutzung der Drehofenabwärme
getrocknet.
Die so
gewonnenen Rohmehle werden im Drehofen bei einer Temperatur von ca. 1.450 °C chemisch in verschiedene Zementklinker umgewandelt. Dieser Vorgang
läuft kontinuierlich ab: Ständig wird das Rohgemisch zugeführt und durch
die Rotation des leicht schräg gebauten 120 m langen Drehofens nach unten
transportiert, um dann als körniger Zementklinker den Ofen abgekühlt
wieder verlassen. Anschließend wird der Klinker mit Kalksteinmehl,
Flugasche und Gips gemahlen. Auf diese Weise werden am Standort
Allmendingen ca. 4.000 Tonnen Zement pro Tag produziert.
Beheizt wird
der Drehofen durch eine Brennerlanze, die 20 m weit in den Ofen
hineinragt. An der Lanzenspitze wird mit Hilfe eines starken
Axialluftstroms Kohlenstaub eingeblasen und entzündet. Um eine gute
Wärmeverteilung zu erzielen wird der Kohlenstaub durch einen
Radialluftstrom verwirbelt. Das Verhältnis zwischen Axial- und
Radialluftstrom beträgt ca. 3:1. Eine optimale Produktqualität läßt such
nur dann gewährleisten, wenn das Verhältnis beider Luftströme und des
Kohlenstaubs genau aufeinander abgestimmt wird.
Ein weiterer
wichtiger Aspekt sind die hohen Sicherheitsanforderungen. So könnte es bei
einer nicht optimalen Verbrennung zur Bildung von explosiven Kohlenmonoxid
kommen. Es besteht dadurch die Gefahr, daß sich das Gas in den
Elektrofiltern, welche durch eine Spannung von ca. 70 kV die Brennluft
reinigen, durch Funkenbildung entzünden. Aus diesem Grunde wird neben der
Brennerzuluft parallel auch die CO-Konzentration an verschiedenen Punkten
gemessen.
Da ein
unterbrechungsfreier Betrieb des Drehofens unbedingt notwendig ist, müßte
für die Messung der Brennerluftzuströme eine Robuste, zuverlässige und
genaue Volumenstrommessung installiert werden. Die Firma Schwank hat sich
deshalb für zwei Vortex-Strömungssensoren vom Typ VA40/20 entschieden,
welche in die Rohrleitungen der Axial- und Radialluftzufuhr eingebaut
wurden. Der große Vorteil der Vortex-Strömungssensoren VA ist die hohe
Zuverlässigkeit sowie die Unempfindlichkeit gegenüber Staubbeladungen und
anderen Verunreinigungen.
Besonders
hervorzuheben ist der Selbstreinigungseffekt des Sensors, der sich durch
die Wirbelbildung und die damit verbundenen Druckschwankungen im
Sensorkopf erklären läßt.
Die
Auswertung der Frequenzsignale der beiden Vortex-Meßwertaufnehmer VA in
zwei Umformern des Typs U2a realisiert. Dort werden die
Sensorinformationen in strömungsproportionale Stromsignale umgeformt,
welche im zentralen Leitstand visualisiert und auf die Unterscheidung
eines Volumenstrom-Grenzwerts hin überwacht werden.
Das
Vortex-Meßprinzip basiert darauf, daß sich im Vortex-Sensorkopf an einem
Wirbelablöseelement – z.B. einem Dreikantsteg – eine Karmansche
Wirbelstraße ausbildet. Die Wirbel modulieren ein stromab hinter dem Steg
befindliches Ultraschallfeld, das von einem Piezoschwinger erzeugt wird.
Das modulierte Ultraschallsignal wird von einer weiteren als Mikrofon
fungierenden Piezokeramik aufgenommen. Da in einem großen
Geschwindigkeitsbereich zwischen Wirbelablösefrequenz und
Strömungsgeschwindigkeit geschlossen werden.
Der große
Vorteil der Ultraschallabtastung der Wirbelstaße gegenüber anderen
Abtastverfahren, die beispielsweise die Kraftwirkung auf den Störkörpern
messen, ist, daß sehr kleine Strömungsgeschwindigkeiten schon ab 0,5 m/s
erfaßt werden können!
Da der Sensor
für die beschriebene Anwendung eigensicher ausgeführt sein muß, wird durch
einen Ex-Umformer LDX das zur Strömungsgeschwindigkeit proportionale
Frequenzsignal in ein davon galvanisch entkoppeltes Signal
umgesetzt.
Dieses Signal
wird dann in einem Umformer U2a in ein strömungsproportionales
Analogsignal transformiert, das als Meßgröße für die Anlagensteuerungen
und –überwachung zur Verfügung steht. |